In dieser ersten strukturierten Darstellung wird nicht spontan sichtbar, ob es sich um eine gerade oder eine ungerade Zahl handelt. Dieses wichtige Konzept der Verdoppelung / Verdoppelung plus 1 wird in der zweiten Darstellungsform deutlich, die sich in den Göttinger Zahlenbildern findet:
Verdoppelung / …+1: Hier werden die beiden Fünfer-Reihen simultan aufgefüllt, Dadurch wird wieder die Ergänzung zur 10 sichtbar, zusätzlich aber auch das Konzept gerade / ungerade.
Beide Konzepte korrespondieren mit den entsprechenden Fingerbildern, knüpfen also unmittelbar an das wichtigste Hilfsmittel zum Rechen für kleine Kinder an.
Außerdem ist dieses Konzept der erste Einstieg in die Multiplikation, denn verdoppeln ist mal 2!
Zu den „unstrukturierten“ Zahlenbildern im Kakadu-Quintett: Im „richtigen Leben“ tun uns die Objekte leider nicht den Gefallen, sich immer in wie auch immer strukturierten Zehnerportionen anzuordnen. Bei Kindern mit sehr schwacher Intelligenz kann es sinnvoll sein, nur mit zwei oder gar nur einer Darstellungsform zu arbeiten. Nach den Erfahrungen in der Therapie werden aber viele dieser Kinder in ihren Wahrnehmungsmöglichkeiten unterschätzt und können durchaus verstehen, dass es noch andere Strukturierungsmöglichkeiten gibt. Die meisten Kinder kennen ja solche Darstellungen schon von den Würfelbildern. Würfelbilder mit ikonischen Darstellungen umfassen allerdings nur die Zahlen von 1 bis 6. Auch auf den handelsüblichen Spielkarten für Rommee, Canasta usw. sind neben den Zahlensymbolen auch ikonische Darstellungen enthalten, diese von 1 bis 9.
Die dritte Serie von ikonischen Darstellungen im Kakadu-Quintett basiert z.T. auf den Würfelbildern, z.T. auf den Spielkarten-Bildern.
Wenn Kinder mit „durchschnittlicher“ Intelligenz erst einmal den Blitzblick mit den Kakadu-Bildern verstanden haben, dann finden sie Spaß und Freude daran und verlangen oft nach „schwierigeren“ Bildern. Solche finden sich in dem Kartenspiel „Göttinger Zahlenbilder“.
Neben den Darstellungen aus dem Kakadu-Quintett kann man noch gelegentlich eine weitere Darstellung, mit den Abakus-Bilder verwenden, sowohl auf Würfeln wie auch auf Karten, z.B. im Mäuse-Quintett für den Zahlenraum bis 20. Diese Bilder sind bis zur 5 identisch mit den Würfelbildern, zusätzlich gibt es die Null als leeres Feld anstelle der 6. Auf den Würfeln ist die Anordnung dabei so, dass gegenüberliegende Bilder immer die Summe 5 ergeben anstatt 7 wie auf „normalen“ Würfeln. Für Zahlen von 6 bis 10 kann dann ein zweiter solcher Würfel ABAKUS Typ I verwendet werden. Stattdessen kann aber auch ein Würfel ABAKUS Typ II genommen werden. Dieser W6 hat auf 3 Seiten das Würfelbild der 5, auf den anderen drei jeweils gegenüber liegenden Seiten die NULL, also blanko. Für beide Würfeltypen ergibt sich damit die Würfelsumme oben + unten = 5. Werden beide Würfel gleichzeitig geworfen, so können in der Summe alle Zahlen von 0 bis 10 auftreten, wobei die 5 doppelt so wahrscheinlich ist. Das Besondere daran ist aber, dass auf den beiden Unterseiten als Summe stets die Ergänzung zur 10 sichtbar ist. Das ergibt eine wunderbare Übung zum Thema „verliebte Zahlen“.
Bei einem Würfel Typ I und drei Würfeln Typ II zusammen ergibt sich dann die Ergänzung zur 20 usw.